Globales Teams direct routing deployment

Es ist nicht neu, dass internationale Unternehmen schon lange die Möglichkeit haben, Microsoft «Calling Plans» zu nutzten. Das heisst konkret, dass in diesem Fall Microsoft der Telefonie Provider ist und die Telefonnummern entweder von Microsoft bezogen oder zu Microsoft portiert werden. Microsoft bietet diese Möglichkeit aber nicht in allen Ländern an. Für Unternehmen, welche in verschiedenen Ländern tätig sind, besteht allerdings die Möglichkeit die beiden Services «Teams direct routing» and «Calling Plans» zu kombinieren. Wer seine moderne Telefonie Architektur, vor allem aus administrativer Sicht, möglichst einfach halten will, der sollte sich auf jeden Fall auch Gedanken dazu machen, nur «Teams direct routing» einzusetzen. Wir durften dies für unseren Kunden Synpulse, eine weltweit tätige Management Consulting Firma mit über 500 Mitarbeitern umsetzen. Wie wir das realisiert haben, wollen wir Ihnen in diesem Blog Beitrag «Globales Teams direct routing deployment» zeigen.

Zuerst möchte ich aber nochmals ganz kurz auf die Verfügbarkeit von Microsoft «Calling Plans» eingehen. «Calling Plans» können in folgenden Ländern erworben werden.

  • Belgium
  • Canada
  • France
  • Germany
  • Ireland
  • Puerto Rico
  • Netherlands
  • Spain
  • United Kingdom
  • United States

Quelle: Microsoft Docs, Stand: 10.12.2019

Ausgangslage

Synpulse hat vor der Migration Lync 2013 inkl. Enterprise Voice (PSTN Connectivity) eingesetzt, wobei die Server von einem externen, Schweizer Hosting Provider, betrieben wurden. Diese Konstellation hat einige Knackpunkte mit sich gebracht. Da der Service eingekauft wurde, war es nicht möglich, diese Infrastruktur auf Skype for Business 2015 zu aktualisieren und eine Hybrid-Stellung einzurichten. Somit kamen nur folgende Migrationsszenarien in Frage:

  • ein dedizierte Skype for Business Server Umgebung bauen,
  • Skype for Business Cloud Connector Edition einsetzen oder
  • eine Cut-Over Migration zu Teams direct routing zu machen.

Geografische Challenge

Die bisherige Lösung wurde zentral in der Schweiz betrieben, d.h. alle PSTN und Lync internen Anrufe liefen über die Schweiz, egal ob ein Anruf aus den USA, aus Asien oder Europa abgesetzt wurde. Somit waren also nicht nur Anrufe, sondern auch Online Meetings und Audiokonferenzen von geografisch bedingten Latenzen betroffen. Diesem Problem wollten wir mit der Migration zur Teams direct routing Architektur unbedingt entgegenwirken.

Evaluation

Synpulse verfolgt eine Cloud Strategie, daher wurden Skype for Business Server oder die Cloud Connector Edition aufgrund der notwendigen On-Premises Infrastruktur verworfen. Es gibt zwar eine Handvoll Anbieter, welche CCE als Hosted Lösung verkaufen, Microsoft schreibt aber gemäss der offiziellen Dokumentation immer noch dedizierte Hardware vor und unterstützt keine Virtualisierung. Dazu kommt noch, dass Skype for Business Cloud Connector Edition bzw. Skype for Business Online per Ende Juli 2021 abgekündigt wird. Somit blieb eigentlich nur noch ein globales Deployment von Microsoft «Teams Direct Routing» übrig.

Doch wie rollt man dies global aus? Gibt es globale «Teams direct routing» Service Provider welche auch Breakouts in allen Weltregionen anbieten, statt nur Nummern aus den jeweiligen Ländern? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und sind dabei auf Pure-IP gestossen. Ein Voice und Internet Anbieter mit Standorten in den USA, England und Neuseeland. Pure-IP war übrigens auch einer der wenigen Providern, welcher die Skype for Business Cloud Connector Edition als hosted Service angeboten hat.

Technisches Design

Pure-IP betreibt eine globale Infrastruktur mit Session Border Controller (SBCs) in allen Weltregionen auf 11 Data Center verteilt. Anstelle von nur einem zentralen Server und lokalem Breakout ins öffentliche Telefonnetz in der Schweiz hat Synpulse neu pro relevanter Weltregion (USA, Asien und Europa) je 2 SBCs. Microsoft Teams hingegen ist ohnehin schon eine Cloudlösung, bei welcher die interne Kommunikation über den globalen Backbone von Azure läuft.

Office 365 datacenters and Pure-IP SBC locations for Teams direct routing

Grafik: Auszug der Weltkarte mit Office Standorten, SBC Standorten und Ländern in welcher Office 365 / Azure Data Center verfügbar sind.

Rufnummern

Pure-IP kann in allen Ländern in welchen Synpulse tätig ist, inkl. Hong Kong, Singapur und Manila, Telefonnummern bereitstellen und via SIP Trunk und SBC zu Microsoft Phone System routen.

Ausgehende Anrufe

Ausgehende Anrufe werden via konfigurierten PSTN Usages und Voice Routing Policies gesteuert, so dass jeder User immer über den entsprechenden bzw. den geografisch nächstgelegenen SBC geroutet wird. Die Voice Routing Policy wiederum wird bei der Provisionierung automatisch via Office 365 Usage Location bestimmt.

DNS Records

Eine Migration der Skype for Business User von einem externen Hosting Provider zu Office 365 bringt auch Änderungen der DNS-Zone mit sich. Logischerweise haben die DNS Records immer noch auf den Lync Hosting Server gezeigt, was im Prinzip auch den Nutzen des Islands Modus verhindert hat. Beim Island Modus werden Skype for Business und Teams parallel eingesetzt und die Benutzer können sich entscheiden, welchen Client sie benutzen wollen. Dies funktioniert aber nur, wenn die DNS Records auch auf Skype for Business Online zeigen. Am Tag X haben wir also die DNS Records auf Office 365 umgestellt, so dass im Prinzip eine Anmeldung bei der alten Lync Umgebung nicht mehr möglich war. Doch was, wenn etwas schief geht? Hatten wir einen Backup Plan? Klar hatten wir das. Es ist tatsächlich möglich, den lyncdiscover zu umgehen und im Skype for Business Client einen benutzerdefinierten Server anzugeben.

SfB Advanced Connection Settings

Hinweis: die Domains sind anonymisiert und erfunden. Sie dienen nur als Beispiel.

User Provisioning

Die Provisionierung der Benutzer erfolgt automatisch via scheduled PowerShell Script. Damit das Script seinen Job ausführt, müssen einige Anforderungen erfüllt sein.

Die IT-Abteilung erfasst den User und vergibt eine freie Telefonnummer. Damit es keine Fehler bei der Nummer Zuweisung gibt, liest das Provisioning Tool zuerst alle bereits vergebenen Nummern aus Office 365 aus und vergleicht diese mit den beim Provider eingekauften Nummern. So werden beim Erfassen nur unbenutzte Nummern zur Auswahl angeboten. Aufgrund der Azure AD Gruppenmitgliedschaft werden dann die entsprechenden Lizenzen zugewiesen (z.B. E3 + Phone System und Audio Conferencing). Danach kommt das Provisioning Script zum Zuge und prüft den effektiven Provisioning Status der Lizenz. Ist dieser erfolgreich, wird automatisch Enterprise Voice aktiviert, die Nummer aus Azure AD, die entsprechende Voice Routing Policy, die benutzerdefinierte Meeting Policy, die benutzerdefinierte Audio Konferenznummer zugewiesen und ein Upgrade des Users auf Teams Only ausgeführt.

Provisioning Tool

Grafik: Das Provisioning Tool liest die freien Nummern aus und zeigt anschliessend eine Auswahl an. Filtern ist auch möglich.

Audio Konferenzen

Microsoft bietet in nahezu allen Ländern eine Conference Bridge, welche das Einwählen per Telefon zum jeweiligen Lokaltarif ermöglicht. Die Standard Conference Bridges können jedoch nicht angepasst werden was die Standardsprache für das Voice Menu betrifft. Viele Unternehmen setzen aber Englisch als Konzernsprache ein. Damit wir auch dieses Problem lösen konnten, haben wir pro Land eine neue Service Nummer erworben und dann einer Conference Bridge zugewiesen. Auf diese Weise konnten wir pro Land Englisch als Standardsprache und die Landessprache als zweite Wahl definieren.

Conference Bridge

Grafik: Den Unterschied der beiden Nummern erkennt man am «Type». Dedicated Nummern sind Nummern, welche nur in Meeting Einladungen von diesem Tenant benutzt werden. Bei dieser Nummer ist die Standardsprache Deutsch, obwohl es eine Nummer aus Gross Britannien ist. Hinweis: Es handelt sich um Beispielnummern.

Ein User hat immer eine Standard Nummer für Audio Konferenzen, welche direkt in der Einladung angezeigt wird. Durch Anklicken des Links «Lokale Nummern» in der Einladung, wird der User auf die entsprechende Liste mit allen für diesen Tenant verfügbaren Nummern weitergeleitet. Dort werden dann beide, also die Shared und die Dedicated Nummer mit dem entsprechenden Vermerk auf die Standard Sprache zur Auswahl angeboten. Somit funktioniert dies auch, wenn das Land aus welchem sich der Empfänger einwählen möchte nicht mit der Standard Konferenznummer des Senders übereinstimmt.

Meeting Invite

Grafik: Hier sieht man die Meeting Einladung, welche eine Schweizer Nummer enthält.
Bonus Tipp: Der Link enthält auch gleich die Konferenz ID, wenn man den Link auf dem Handy anklickt, wird die ID automatisch via DTMF eingegeben: tel:+41434348572,,810669331#

Conference Bridges Languages

Grafik: Bei der Auswahl der lokalen Nummern erscheinen dann beide Nummern für UK mit verschiedenen Sprachen des Sprach Menus.

Meeting Policies

Microsoft Teams Meetings haben standardmässig eine Lobby aktiviert. D.h. externe Teilnehmer müssen zuerst zu einer Besprechung zugelassen werden. Wer nun von Skype for Business kommt, stört sich evtl. ab diesem Feature und möchte dieses lieber wieder deaktivieren. Dies haben wir anhand einer benutzerdefinierten Meeting Policy bewerkstelligt, welche ebenfalls wie bereits weiter oben erwähnt, während dem Provisioning Prozess jedem User zugewiesen wird.

Meeting Lobby Settings

Grafik: Optionen zum Deaktivieren der Lobby

Telefon Zentralen

Bis anhin haben wir nur über einzelne User und direkt Nummern gesprochen. Doch was ist mit Hauptnummern, Telefonzentralen und Voicemail? Kann Teams das? Die Antwort darauf ist abhängig, was Ihre Anforderungen an eine moderne Cloud basierte Telefonzentrale sind. Wenn man von Skype for Business auf Teams migriert, würde ich sagen, ja.

Als wir mit der Vorbereitung der Migration begonnen hatten, wurden die Auto Attendants und Call Queues noch im Skype for Business Admin Center (Legacy Portal) verwaltet und benötigten ein User Objekt im lokalen AD. Zusätzlich war es noch nicht möglich eine Nummer des SIP Providers direkt einem Auto Attendant oder einer Call Queue zuzuweisen. Im Verlauf der Migration wurden dann die neue Version der Auto Attendants und Call Queues veröffentlicht, welche auf dem Azure Bot Service basiert. Kurzerhand haben wir dann reagiert und auf die neuen Versionen umgestellt inkl. Zuweisung der Pure-IP Nummern. Neu verwenden diese Services einen Resource Account, welcher kein On-Prem Pendant mehr voraussetzt, ein willkommenes Upgrade.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten und Feiertage werden pro Standort via Auto Attendant gesteuert. Während den Öffnungszeiten werden eingehende Anrufe via Call Queue an die entsprechenden Call Agents verteilt. Zu Beginn wurden die Agents noch exklusiv via Azure AD Gruppe einer Call Queue hinzugefügt. Seit kurzem ist es aber auch möglich einzelne User direkt via TAC (Teams Admin Center) einer Call Queue hinzuzufügen. Pro Call Queue kann definiert werden, ob Agents die Möglichkeit haben, sich von der Queue abzumelden. Das An- und Abmelden von Call Queues ist nun auch direkt via Teams Client möglich und muss nicht mehr mühsam via aka.ms/cqsettings gemacht werden.

Call Queue Opt-In

Grafik: Call Queue Steuerung direkt in den Anrufeinstellungen des Teams Clients. Die obere Call Queue lässt eine Abmeldung von Agents zu, die untere nicht, deshalb gibt es dort auch keinen Toggle Switch.

Hotline

Zusätzlich zu den externen Hauptnummern haben wir eine Call Queue für die IT-Service Desk Hotline eingerichtet. Eine Call Queue (Warteschleife) funktioniert nach dem FIFO (First In First Out) Prinzip. D.h. konkret, dass jeweils nur immer ein Anruf aufs Mal signalisiert wird. Sobald wieder ein Agent frei ist, wird der nächste Anruf signalisiert. Die Queue wird dann von oben nach unten abgearbeitet, so dass jeweils immer der Anrufer mit der längsten Wartezeit als nächster an die Reihe kommt.

Fazit

Dank Microsoft Teams Direct Routing hat Synpulse nun eine zukunftssichere, Cloud basierte und sich stetig weiterentwickelnde Telefonie Lösung. Pure-IP hat uns ermöglicht die Lösung komplett als Service einzukaufen, ohne dass wir selbst SBCs in der ganzen Welt verteilt deployen mussten oder unzählige Verträge mit verschiedenen, lokalen Voice over IP Anbietern abschliessen mussten. Der Schmerzpunkt mit der zentralen Infrastruktur und den damit verbundenen Internet Latenzen ist ebenfalls vom Tisch und auch der Administrative Aufwand hat sich stark verringert, da die Skype for Business User nicht mehr in einem separaten Portal gepflegt werden müssen.

Trotzdem gibt es immer noch einige Stolpersteine. Da vor der Migration ein Hosting Dienst eines Drittanbieters eingesetzt wurde, enthielten alle Skype for Business Meetings auch Links mit dessen Hosting Domain. Daher war es leider nicht möglich den von Microsoft angebotenen Meeting Migration Service zu nutzen. Die User mussten alle Ihre geplanten und wiederkehrenden Skype for Business Meetings neu in Teams erstellen. Ein Kompromiss mit welchem wir leben mussten. Bestehendes Meeting Room Equipment wie Poly Trio 8800 konnte zwar auf eine für Teams zertifizierte Firmware aktualisiert und weiterverwendet werden, bietet aber noch lange nicht dasselbe Feature-Set und die Stabilität wie das Skype for Business Pendant. Insbesondere ist das Poly Trio Visual + nicht mehr mit Teams kompatibel und selbst die neuen Microsoft Teams Room Systems lassen für ihren stolzen Preis noch so einige Wünsche offen.

Teams entwickelt sich aber stetig weiter und hat während der Migration wie auch während dem produktiven Betrieb bereits mehrfach bewiesen, dass sich das Feature Set und die User Experience laufend verbessern. Das jüngste Beispiel dazu wäre wohl die Native Teams Federation, welche vor einigen Monaten ausgerollt wurde. Bis anhin liefen Chats und Anrufe zwischen zwei Teams Clients, welche sich in verschiedenen Tenants befanden via Skype for Business Interop Gateway mit eingeschränkten Features.

Native Federation

Grafik: Neu stehen in Federated Chats auch Funktionen wie Rich Text Editing, Emojis und ja, sogar auch Gifs (falls aktiviert) zur Verfügung.

Wir möchten uns bei Synpulse ganz herzlich für das in uns gesetzte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bedanken. Eine Kundenreferenzaussage ist auf Anfrage erhältlich.

TwinCap First ist an der Commsverse!

TwinCap First ist an der Commsverse!: Die Commsverse ist eine unabhängige Microsoft Teams Konferenz welche im April in der Mercedes-Benz World in Weybridge, England stattfindet. Sie wird von keinem geringeren organisiert als von MVPs Randy Chapman, Martin Boam und Mark Vale. Das Jahr 2020 markiert die erste Ausgabe der Commsverse überhaupt. Über das Momentum und Wachstum von Microsoft Teams haben wir schon oft geschrieben. Daher ist es auch keine Überraschung, dass Microsoft und «Microsoft Teams» die «Technologie Sponsoren» der Konferenz sind. Des weiteren zählen Hersteller wie AudioCodes, Ribbon, Anynode (TE-Systems), Yealink, Poly und viele weitere zu den Sponsoren.

Folgende «Learning Tracks» werden in Zusammenhang mit Microsoft Teams angeboten:

  • Kommunikation
  • Kollaboration
  • Administration
  • Automation

Dabei gibt es pro Learning Track insgesamt 10 Sessions auf 2 Tage verteilt mit unterschiedlichen Know-How Leveln. Die Konferenz schreibt Diversität und Inklusion gross, deshalb gibt es für jeden Track auch Sessions mit unterschiedlichen Leveln, so dass für jeden, egal ob Einsteiger oder UC Veteran etwas dabei sein wird.

Es freut uns anzukündigen, dass unser Mitarbeiter Martin Heusser die TwinCap First AG am 29. & 30. April 2020 an der Commsverse repräsentieren wird und einen Vortrag über «Microsoft 365 Phone System und ob es Ihre Legacy PBX ersetzen kann?» halten wird.

TwinCap First ist an der Commsverse! – Details zur Konferenz und Tickets finden Sie unter: https://www.commsverse.com/
Details zur Session von Martin Heusser finden Sie hier.

TwinCap First ist an der Commsverse!

Automatische Firmwareupdates für AudioCodes

Automatische Firmwareupdates für AudioCodes AC C450HD: Ab sofort bieten wir für unsere Teams Direct Routing und Telefonie Kunden einen gratis Service für Firmware-Updates und Konfigurationen. Dies betrifft Kunden welche Audiocodes AC C450 HD-Geräte im Einsatz haben und aus Maturitätsgründen noch die Teams kompatible Skype UC Software nutzen um mit Teams Direct routing zu telefonieren. Verwendet man die Teams Firmware, so entfällt die Provisionierung durch eine FTP Dienst, da Office 365 eine Möglichkeit über das Teams Admin Center zur Verfügung stellt, um Geräte zu aktualisieren.

Somit ist es möglich, dass Sie z.b. über DHCP einen Firmware Download URL oder einen Konfigurations-URL als DHCP Option auf die Telefone verteilen können. Die Geräte prüfen dann periodisch auf diesen Links ob es neue Firmware Pakete oder Änderungen an der Konfiguration gibt.

Somit entfällt das mühsame «händische» Konfigurieren, wenn ein Telefon neu angeschafft wird und zudem sind die Telefone immer auf dem aktuellen Stand was die Firmware angeht.

Die neuste Firmware für die Audiocodes IP Phones ist 3.2.1.474 und bietet unter anderem folgende nützlichen Verbesserungen:

  • Anruferkennung und Reverse Lookup von Outlook Kontakten (nur wenn mit Landesvorwahl korrekt erfasst und Dial-Plan im Tenant vorhanden ist)
  • Wählen von Outlook Kontakten aus dem synchronisierten TelefonbuchAudioCodes 450HD
  • Automatische Firmwareupdates für AudioCodes AC C450HD – natürlich auch für andere Modelle von Audiocodes möglich.

Microsoft Teams: Busy on Busy

Microsoft Teams: Busy on Busy

«Knock Knock.»
«Who’s there?»
«Busy.»
«Busy who?»
«Busy On Busy.»

Busy on Busy:

Ich würde jetzt mal pauschal sagen, dass die Leute es generell mögen, wenn man anklopft. Das muss aber bei der Telefonie nicht unbedingt der Fall sein. Hier scheinen sich die Geister zu scheiden. Die einen mögen das «Anklopfen» feature, andere überhaupt nicht. Und wer jetzt nur Bahnhof versteht, dem werde ich gleich erklären, was ich damit meine.

«Anklopfen» bedeutet in der Telefonie Welt, dass wenn sich jemand bereits in einem Gespräch befindet, ein zweiter Anrufer anklopfen kann. Diejenige Person, welche bereits in einem aktiven Gespräch ist, kann sich dann entscheiden, den zweiten Anruf anzunehmen und das aktuelle Gegenüber auf halten zu setzen oder den neuen Anrufer abzuweisen. Ein Besetzt-Zeichen hört der zweite Anrufer in diesem Fall nicht. Er weiss nicht, dass sich die Person, welcher er anrufen wollte, besetzt war. Ein Feature welches standardmässig auf vielen Telefonen wie etwa dem iPhone aktiviert ist.

Bei Skype for Business hat man dieses Feature lange vermisst, bis es dann schlussendlich doch noch im kumulativen Update vom Juli 2016 nachgereicht wurde. Doch Skype for Business Online Nutzer wurden aussen vorgelassen und konnten nicht von diesem «neuen» Feature Gebrauch machen.

Hier setzt dafür Teams ein klares Zeichen. Microsoft meint es ernst mit Direct Routing und liefert nach. Es kommen ständig neue Telefonie Features und PBX Leistungsmerkmale. Seit gut einem Monat ist BusyOnBusy – also das Besetzt-Zeichen für Teams Direct Routing Benutzer verfügbar.

Anfangs konnte das Feature nur über PowerShell aktiviert werden. Mittlerweile lässt sich das Feature aber auch bequem über das Teams Admin Center (TAC) konfigurieren.

Teams Policies Busy on busy

Das Busy on busy wird prinzipiell über eine Teams Calling Policy (Anruf Richtlinie) gesteuert, dazu gibt es die sogenannte «Global» Policy welche standardmässig allen Benutzer zugewiesen ist. Wer Busy on busy für alle seine Mitarbeiter aktivieren will, passt einfach die Globale Calling Policy an.

Doch wie bereits am Anfang erwähnt wurde, kann es durch aus sein, das gewisse Mitarbeiter lieber kein Besetzt-Zeichen senden, sondern einen zweiten Anruf lieber entgegennehmen wollen.

Wenn dies der Fall ist, erstellt man am besten eine neue, benutzerdefinierte Calling Policy, aktiviert dort anstelle der Global Policy das Busy on busy Feature und weist die Policy dann allen Benutzern zu, welche gerne nur einen Anruf aufs Mal erhalten wollen.

Ist das Feature einmal aktiviert, wird während einem aktiven Anruf kein zweiter mehr signalisiert und dem zweiten Anrufer ein Besetzt-Zeichen ausgegeben.

Auto Attendants & Call Queues «V2»

Wie es scheint, war Microsoft nicht nur mit der Implementierung des Besetzt-Zeichens beschäftigt, denn Sie haben auch gleich eine neue Version der Auto Attendants (Automatische Telefonzentralen) und Call Queues (Anrufwarteschlaufen) veröffentlicht.

Damit ist es nun endlich möglich, seine eigenen Direct Routing Nummern welche sich im SIP Trunk beim Provider befinden einem Auto Attendant oder einer Call Queue zuzuordnen.

Bei Auto Attendants und Call Queues handelt es sich um sogenannte «Voice Apps» welche typischerweise dazu dienen Öffnungszeiten, Feiertage, Anrufsteuerungen, Ring Rufe etc. für Haupt- oder Support/Service Nummern abzubilden. Somit müssen Sie ab sofort nicht mehr auf eine durch Microsoft bezogene Leistungsnummer zurückgreifen oder Ihre eigene Hauptnummer auf eine solche Nummer umleiten.

Resource Accounts

Zudem gibt es neu auch noch eine zentrale Feiertagsliste. Anstelle, dass alle Feiertage pro Auto Attendant separat erfasst werden mussten, können die Feiertage nun ein Mal unter «Org-wide Settings» erstellt und anschliessend von allen Auto Attendants benutzt werden. Ein weiterer Pluspunkt wäre, dass man pro Feiertag eine individuelle Audio Ansage mit den entsprechenden Öffnungszeiten hinterlegen kann. Ein Feature welches selbst noch lange nicht alle etablierten Cloud-PBX Systeme bieten.

Holidays

Wenn Sie Ihre Öffnungszeiten und Feiertage über Auffahrt noch nicht automatisiert über einen Auto Attendant gesteuert hatten, dann ist es höchste Zeit sich über eine Telefonie Lösung mit Microsoft Teams Gedanken zu machen. Das TwinCap First Team freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme!

Teams Direct Routing Round Up

Teams Direct Routing Round: Wer unseren Blog ein wenig verfolgt hat, der kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass wir noch in 2018 die ersten produktiven Kunden auf unserer Managed SBC Umgebung implementiert haben. In den letzten 3 Monaten hat sich auch einiges in Microsofts Cloud Telefonie Lösung getan – ein perfekter Zeitpunkt, um ein kleines Recap zu machen.

Da wir unsere eigenen SBCs (SBC = Session Border Controller) betreiben, können wir auch problemlos kundenspezifischen Anforderungen gerecht werden. So hatten z.B. einige unserer Kunden den Wunsch, dass bei ausgehenden Anrufen immer die Hauptnummer angezeigt wird. Und das für alle Benutzer. Die Architektur, die eingesetzten Komponenten unserer Lösung und das Know How von TwinCap First, erlauben uns also auch, gewisse Konfigurationen vorzunehmen, welche spezifisch an die Anforderungen Ihres Unternehmens angepasst werden müssen. Sie als Kunde profitieren aber dennoch von einer preiswerten «Managed SBC» Lösung, mit einem einfachen Preis pro Session pro Monat, wobei Sie sich keinen eigenen SBC aneignen müssen.

Direct Routing im Teams Admin Center

Microsoft hat das «Teams & Skype for Business Admin Center» nun doch wieder auf «Teams Admin Center» umbenannt. Ein weiteres Indiz, das Teams einen immer wichtigeren Stellenwert in Microsofts Zukunft für Office 365 einnimmt.

Der spannende Punkt dabei ist jedoch, dass nun das Teams Admin Center auch gewisse Informationen über die verbunden SBCs anzeigt. Neu gibt es einen Punkt «VoIP» welcher diverse Informationen über das Direct Routing anzeigt. So sehen wir auf dem Screenshot z.B. den Status eines verbunden SBCs.

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Klickt man den SBC an, erhält man eine detaillierte Übersicht über diverse Punkte wie den Status der TLS Verbindung (die gesamte Kommunikation zwischen Teams und dem SBC erfolgt verschlüsselt), den Status der SIP Option Packets (Office 365 und der SBC tauschen regelmässig SIP Option Packets aus, damit wird geprüft, ob der SBC noch online und für Teams erreichbar ist.)

Anhand der verschiedenen Diagramme kann man so auch sehen, wie viele gleichzeitige Audio Streams in den letzten 30 Tagen aufgebaut wurden. Auf diesem Weg erkennt man potentielle Engpässe oder Optimierungspotential mühelos.

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Angelegt bzw. konfiguriert werden können die SBCs aber nach wie vor nur über PowerShell. Ein Task bei dem wir Sie gerne unterstützen.

Call Park

Teams unterstützt neu auch Call Park. Ein nettes Feature welches Ihnen erlaubt, entgegegenommene Anrufe zu parkieren und anhand eines «Call Pickup Codes» an einen anderen Mitarbeiter oder auch an ein anderes Gerät zu übertragen, selbst wenn Sich dieses Gerät z.B. an einem anderen physikalischen Standort oder einem anderen Netzwerk befindet.

Ein klassisches Beispiel dafür wäre, wenn ich einen Anruf auf meinem Smartphone mit der Teams App entgegennehme, den Anruf aber über mein Notebook mit meinem Headset fortsetzen möchte oder der Akku des Smartphones langsam schlapp macht und kein Ladegerät in der Nähe ist.

Ein anderes denkbares Szenario wäre auch, das der Anruf von der Mobile App ins Büro an eine andere Abteilung weitergegeben werden kann.

Sobald das Feature aktiviert wird, erscheint der Button «Parked Calls» im Teams Client unter Speed Dial.

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Während eines Anrufes, kann der Anruf über die Funktion «Park Call» parkiert werden. Nach dem Parkieren wird dem Benutzer einen Code bzw. eine Zahl angezeigt, mit welcher der Anruf von jedem Benutzer entgegengenommen werden kann, für welcher eine Call Park Policy zugewiesen ist.

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Parkierte Anrufe bleiben für max. 5 Minuten geparkt. Danach klingelt der Anruf erneut bei dem Benutzer, welcher den Anruf parkiert hat.
Call Park & Retrieve wird derzeit auch schon von der Teams App auf iOS unterstützt. Die Android App unterstützt derzeit erst Call Retrieve.

Call Park ist standardmässig deaktiviert, auch bei Office 365 Tenants bei welchen Direct Routing bereits eingerichtet ist. Dieses Feature kann aktuell nur über PowerShell aktiviert werden, kontaktieren Sie uns, falls auch Sie gerne Call Park nutzen möchten. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einrichtung.

Shared Line Appearance

SLA hat in diesem Fall nichts mit einem Service Level Agreement zu tun, sondern mit der sogenannten «Shared Line Apearance» oder auch Stellvertretung genannt. Anhand von Stellvertretungen kann man entweder nur Anrufe von anderen Personen empfangen, nur Anrufe im Namen von anderen Personen tätigen oder beides zusammen.

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Sobald man als Stellvertretung einer anderen Person hinzugefügt wurde und die Erlaubnis hat Anrufe in deren Namen zu tätigen, kann man vor einem Anruf auswählen, ob man den Anruf als sich selbst oder als eine andere Person tätigen möchte.

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Klassischerweise wird dieses Feature von Assistentinnen und Assistenten eingesetzt, damit Sie Anrufe für Vorgesetzte beantworten oder in Ihrem Namen tätigen können.

In unserem Beispiel haben wir einfach die Hauptnummer einem Benutzer zugeteilt und können so auch ohne weitere Konfiguration auf dem SBC ausgehende Anrufe mit der Hauptnummer tätigen.

Bei eingehenden Anrufen sieht man deutlich für wen der Anruf bestimmt war.

Yealink Teams Phones T56A & T58A

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Yealink hat mit den Modellen T56A & T58A als erster Hersteller zwei native Teams Tischtelefone auf den Markt gebracht. Die Telefone laufen mit Android und sind offiziell für Teams zertifiziert. Da auf den Geräten ein Teams Client / eine Teams Applikation läuft, müssen die Benutzer auch entsprechend eine Teams Lizenz besitzen.

Yealink T56A Teams Edition, jetzt erhältich!

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Das interessanteste an diesen neuen Geräten ist, dass diese sich direkt durch das Teams Admin Center verwalten und provisionieren lassen.

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Anhand von Configuration Profiles lassen sich diverse Einstellungen wie z.B. PIN, Zeitzone, Timeouts (Bildschirm Standby) oder Netzwerkeinstellungen festlegen und anschliessend auf die Geräte verteilen.

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Wie Sie sehen hat sich also in den letzten Monaten einiges getan in Sachen Microsoft Teams & Direct Routing. Microsoft fügt ständig neue Features hinzu, und wir arbeiten fleissig daran, diese zu implementieren, zu testen und anschliessend auch unseren Kunden anzubieten.

Wenn auch Sie Microsoft Teams als Ihre primäre, standortunabhängige Cloud Telefonie Lösung nutzen möchten, dann rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

 

 

 

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